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September 30, 2012
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Dream ~ Chapter 5 by Shotechi Dream ~ Chapter 5 by Shotechi
...my 200th deviation. :iconrlytearplz: a little celebration, pls (:


:bulletyellow: Der Tag, an dem alle Träume wahr wurden :bulletyellow:
~ Kapitel 5 ~

Sarah zögerte, als sie vor dem Krankenhauszimmer stand. Sie hielt ihre Tasche mit feuchten Händen fest an die Brust gedrückt, umarmte sie, als bräuchte sie etwas, an dem sie sich festhalten konnte.
Aus dem Zimmer erklang leise Musik, ein Lied, das ihr sehr bekannt vorkam. Sie erkannte die Melodie, aber ihr fiel der Titel auf Anhieb nicht ein.
Schließlich, als es ihr albern vorkam, so lange auf dem Flur herumzulungern, trat sie einfach ein.
Will saß im Bett, den Blick starr aus dem Fenster gerichtet, er war mit den Gedanken so weit fort, dass er sie nicht hereinkommen hörte. Er war kaum wiederzuerkennen, sah blass und mager aus, hatte unter den Augen tiefe Schatten, als hätte er nächtelang nicht geschlafen. Trotzdem hatte er einen seltsam verklärten, verträumten Gesichtsausdruck. Mit dem Zeigefinger wippte er im Takt der Musik mit und summte leise.
“And the world is like an apple, whirling silently in space…
Like the circles that you find, in the windmills of your mind…”

Jetzt erkannte Sarah das Lied, sie begann, leise mit zu summen, während sie näher trat.
“Lovers walk along a shore and leave their footprints in the sand…
Was the sound of distant drumming just the fingers of your hand?”
sang sie leise.
Wills Kopf flog herum. Sein Gesichtsausdruck verwandelte sich von dem gedankenversunkenen Blick zu echter Freude.
“Pictures hanging in a hallway, or the fragment of a song…
Half-remembered names and faces, but to whom do they belong?”
sang er mit einer etwas krächzenden Stimme, dann mussten beide grinsen. Will streckte die Hand aus und schaltete den kleinen CD-Player auf seinem Nachttisch aus.
“Hallo”, murmelte Will. “Schön, dass du da bist.”
„Schön, dass es dir besser geht“, sagte Sarah und fing an, sich eine Haarsträhne um den Finger zu wickeln.
„Ja, der Arzt meint, dass ich morgen entlassen werden kann, und dann darf ich wieder nach Hause.“
Mit dem Daumen deutete er auf einen Rollstuhl, der an der Zimmerwand gegenüber stand. „Ich darf auch jetzt schon damit durchs Krankenhaus fahren, so viel ich will.“ Er schürzte die Lippen und starrte auf seine Füße.
Sarah wusste nicht so recht, was sie darauf erwidern sollte, also blieb sie still und betrachtete den Rollstuhl eingehend. Für sie schien er wie ein Käfig.

„Ich weiß noch, früher…“, begann er wieder, „als meine Eltern unsern Kinderwagen weggestellt haben, weil wir alt genug waren, selbst zu laufen. Kain fand‘s toll, aber ich hab immer noch darum gebettelt, dass sie mich doch wieder schieben sollen… Jetzt werde ich durch die Gegend geschoben, und nichts wünsche ich mir sehnlicher, als selbst laufen zu können. Schon verrückt, wie das Leben manchmal so ist.“
Sarah ertappte sich dabei, wie sie auf seine Beine starrte, und schaute schnell weg. Jetzt erst fiel ihr auf, dass sie immer noch ihre Tasche umarmte. Schnell ließ sie sie los und öffnete sie, wie, um das Thema zu wechseln.
Sie griff hinein und sagte: „Ich hab dir ein paar Sachen mitgebracht, bevor ich es noch vergesse…“
Das erste, was sie herausholte, war eine kleine Zeichnung von Windmill. Sie hatte sie gestern skizziert, als die Stute zusammen mit Cruelty und Tuna auf der Weide gestanden war. Sie reichte ihm das Bild mit den Worten „Nana und ich, wir haben uns um sie gekümmert, wie ich es dir versprochen hatte. Sie ist ja so eine Liebe und Hübsche.“
Fassungslos starrte Will das Bild an, dann Sky, dann wieder da Bild.
„Danke…“, stammelte er und spürte, wie seine Augen feucht wurden. Er wischte die Tränen schnell weg, nein, vom Flennen hatte er vorerst genug.
Sarah legte schon die nächsten Sachen auf seine Bettdecke - eine Tüte Karamellbonbons von Nana und Rahel und eine Gute-Besserung-Karte von den Leuten vom Hof. Etwas oberflächlich, wie sie fand, aber es war eine lieb gemeinte Geste, die Will sicher verstehen würde.
„Die hier hat Anne geschrieben, ich soll dir alles Gute ausrichten und…“ Sie zögerte. „Komm schnell wieder auf die Beine, sie bezahlt dich nicht fürs Nichtstun.“ Will lachte laut auf.
„Sie bezahlt mich doch gar nicht!“
Sarah war froh, dass er das nicht mehr so eng sah, und fuhr fort. „Die Bonbons sind von Rahel und Nana, sie wollten dich eigentlich auch mal besuchen, aber mit der Zeit hat es nie gereicht.“
„Klasse“, sagte Will. „Die mag ich am liebsten. Sag ihnen Danke von mir, ja? Oder nein, das kann ich selbst machen, wenn ich wieder auf den Hof komme.“
„Du kommst wieder?“, fragte Sarah ungläubig und starrte ihn an.
„Natürlich. Wenn ihr Jet von meinem Rollstuhl fernhaltet…?“
Sarah seufzte. „Wie kannst du nur schon so selbstverständlich damit umgehen…? Du bist so unglaublich stark.“
Will schüttelte den Kopf. „Ich bin überhaupt nicht stark. Viel zu oft am Tag verliere ich mich total in Selbstmitleid und rede mir Sachen ein wie „Ich bin ein Krüppel, ich bin nutzlos, ich werde nie wieder laufen können, ich werde nie wieder irgendetwas tun können, keiner mag mich… Weißt du, was mir immer wieder Kraft gibt?“
Sarah nickte. „Ich wünschte, ich wäre auch so konsequent, was das Bibellesen und meine Andacht angeht…“
„Du kennst doch die Geschichte von Hiob… Gott hat ihm beinahe alles genommen, was er hatte - seine Kinder, seine ganzen Besitztümer, seine Gesundheit. Und weißt du auch, was Hiob gesagt hat, als er todkrank auf seinem Bett lag, drauf und dran, sein Leben auch noch zu verlieren?“
Will wartete einen Augenblick, dann fuhr er lächelnd fort: „Er sagte etwas wie ‚Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen‘. Und ich dachte, wenn Gott Hiob Kraft gegeben hat, das zu überstehen, dann gibt er mir auch Kraft. Alles, was Gott tut, hat einen Sinn. Und wenn er will, dass ich jetzt im Rollstuhl sitzen muss und nie mehr laufen kann, dann hat er irgendetwas mit mir vor, dann hat das einen Sinn.“
Er seufzte und richtete den Blick wieder aus dem Fenster. „Aber ich glaube nicht, dass ich von mir behaupten kann, alles verstanden zu haben… Es ist nicht einfach. Überhaupt nicht einfach…“

Die Dämmerung hatte eingesetzt und tauchte das Krankenzimmer in ein sanftes orangefarbenes Licht. Die Wärme der letzten Sonnenstrahlen prickelte auf der Haut, sie erschien den beiden tröstend, beinahe hoffnungsvoll.
Umständlich hob Sarah ihre Tasche vom Bett auf und hängte sie sich über die Schulter. Sie wollte eigentlich noch nicht gehen, aber langsam wurde es Zeit.
„Ich muss dann auch los…“, flüsterte sie und richtete sich auf. Will schaute zu ihr hoch, nickte und sagte leise: „Okay, also dann…“
Er sah so verletzlich aus, so schwach. Sarah hätte ihn am liebsten in den Arm genommen, durchs Haar gewuschelt und bemitleidet. Aber sie drehte sich nur wortlos um und ging Richtung Tür.
„Warte kurz!“, rief Will ihr hinterher. Erstaunt fuhr sie herum.
„Besucht ihr uns Zuhause vielleicht mal? Ich könnte meiner Mutter sagen, dass sie ein bisschen was vorbereiten soll, Kuchen und Kaffee oder so was.“
Er lächelte treuherzig.

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Characters featured:
Willem Fischer, a friend of Jesus
Sarah "Sky" Fuchs, one of his best friends, maybe the best

~~~~~~~~~~~~~

I've to say, one of my fav chapters ^^ yes, something sounds quite weird, but... I couldn't get it better xD
I'm satisfied with the pic though. BECAUSE HANDS ARE RAGE TO DRAW

Art, story, characters (c) by me, used my own hand as reference ^^
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:iconowllover96:
Owllover96 Featured By Owner Feb 22, 2013  Hobbyist Photographer
tollig *-* ich würd ne hand nie so hinkriegen <3
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:iconwindflowergirl:
WindFlowerGirl Featured By Owner Oct 1, 2012  Hobbyist General Artist
YEAHJ *in das Tröt-Teil pust* 200! :la: :33
und das Bild ist abartig toll :3 wie immer ;D
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:iconshotechi:
Shotechi Featured By Owner Oct 1, 2012  Hobbyist Traditional Artist
yah sis is de party... xDD
ach, danke :D ich bin so zufrieden mit der Hand *3*
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:iconwindflowergirl:
WindFlowerGirl Featured By Owner Oct 1, 2012  Hobbyist General Artist
jo, die ist echt genial geworden :33 und den Lichteffekt hast du au traumhaft hinbekommen ^-^ tollig :3
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:iconchaos-prinzessin:
Chaos-Prinzessin Featured By Owner Oct 1, 2012  Hobbyist
200 schon O.o
Herzlichen Glückwunsch (: *Kuchen hinstell*
Sieht echt gut aus. Als ich das Bild eben in kleiner gesehen habe, war ich mir im ersten Moment echt nicht sicher, ob die Hand echt ist, oder ob du sie gemalt hast ;)
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:iconshotechi:
Shotechi Featured By Owner Oct 1, 2012  Hobbyist Traditional Artist
ja, ich bin ein kleiner Freak ^^
dankeschön!! :hug: oh you! xD
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:iconchaos-prinzessin:
Chaos-Prinzessin Featured By Owner Oct 2, 2012  Hobbyist
Ach was, du doch nicht ;)
bitteschön (: Oh waaaas? :D
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:iconpanchkalian:
PanchKalian Featured By Owner Sep 30, 2012
Herzlichen Glückwunsch :D
Gut gelungen!
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:iconshotechi:
Shotechi Featured By Owner Sep 30, 2012  Hobbyist Traditional Artist
Dankeschön ;3
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:iconskyfaxi:
Skyfaxi Featured By Owner Sep 30, 2012
Du hast dich echt mal wieder selbst übertroffen! Und herzlichen Glückwunsch zum 200en Bild :iconlawooplz:
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